Beim Zulieferertag Automobilwirtschaft Baden-Württemberg 2025 stellten EDAG Production Solutions und Carl Zeiss IQS Deutschland den Einsatz von KI-gestützter Bild- und Messdatenanalyse zur präzisen Qualitätsprüfung von Fahrzeugkomponenten vor. Ziel ist es, Fertigungsabweichungen frühzeitig und automatisiert zu erkennen, statt sie manuell zu prüfen.
DeepHyperCheck: Hyperspektral-Kamera und Deep Learning erkennen weiche Fremdkörper in Lebensmitteln
Das System erfasst über 200 Wellenlängenbänder und erkennt anhand des spektralen ‚Fingerabdrucks‘ jedes Materials chemische Zusammensetzungen in Echtzeit. Die auf Spektren trainierten Deep-Learning-Modelle zeigen hohe Generalisierbarkeit – ein auf Schinken trainiertes Modell funktioniert etwa auch bei Putenbrust. Die Technologie wurde in Kooperation mit der Technischen Hochschule Nürnberg entwickelt.
OnEfficiency.BreakProtect: KI-gestützte Vermeidung von Papierabrissen bei Saica Paper
Der KI-Algorithmus OnEfficiency.BreakProtect von Voith erkennt kritische Prozesssituationen in Echtzeit und zeigt dem Betriebspersonal konkrete Gegenmaßnahmen an. Die Saica Paper Group nutzt das System an ihrem Werk Venizel laut Industrial Director Fernando Carroquino zur laufenden Prozessoptimierung; eine Effizienzsteigerung auf über 92 Prozent nennt Carroquino als Zukunftsziel für Papierfabriken, das durch solche digitalen Werkzeuge erreichbar werden soll.
Drive4C: Benchmark für sprachgesteuertes autonomes Fahren bei Porsche
Bestehende Sprachmodelle beherrschen die Komplexität dynamischer Verkehrssituationen bislang nicht robust genug. Der von Porsche und MHP entwickelte Drive4C-Benchmark testet multimodale Foundation Models in einem geschlossenen Regelkreis unter realitätsnahen Fahrbedingungen, um Trainingslücken systematisch zu identifizieren und die Modellentwicklung gezielt zu verbessern.
KI-gestützte Prognose von Urlaubsrückstellungen bei Vetter Pharma
Personalcontroller kalkulierten Urlaubsrückstellungen bislang manuell über Durchschnittswerte, was die Genauigkeit der Personalbudgetierung einschränkte. Die als R-Shiny-App umgesetzte Lösung nutzt Machine Learning auf Basis von Zeitreihenanalyse, um die Rückstellungen je Kostenstelle präziser vorherzusagen.
KI-gestütztes 3D-Scansystem für die objektive Analyse chronischer Wunden
cureVision erfasst chronische Wunden per 3D-Scan und KI-Bildauswertung und dokumentiert Größe, Tiefe und Gewebearten automatisiert statt durch manuelle Vermessung. Das Unternehmen wurde 2024 mit dem 2. Hauptpreis des Innovationspreis Bayern ausgezeichnet; laut Anbieter reduziert die Lösung den Zeitaufwand der Wunddokumentation deutlich.
Kinemic-Sensorstift: KI-gestützte Handschrifterkennung bei STABILO
Der von STABILO gemeinsam mit dem KIT-Spin-off Kinemic sowie den Fraunhofer-Instituten IPA und ISIT entwickelte Sensorstift erfasst Schreibbewegungen auf beliebigem Papier und soll künftig mit Machine-Learning-Modellen und Hidden-Markov-Modellen ausgewertet werden; dieser KI-Teil befindet sich laut Quelle noch in der Entwicklung und wird aktuell noch nicht vertrieben. Bereits im Markt sind die (noch ohne KI arbeitenden) Produkte ErgoPen, das Ergotherapeuten bei der individuellen Schreibförderung von Kindern unterstützt, und EduPen für den Schuleinsatz, die künftig durch die KI-Sensorik erweitert werden sollen.
FAST 3D Camera: KI-gestützte Patientenpositionierung im CT
Die manuelle Positionierung von Patienten für CT-Scans ist zeitaufwendig, fehleranfällig und hängt stark von der Erfahrung des Personals ab. Die ‚FAST 3D Camera‘ erkennt Körperform und -lage optisch und berechnet mit KI-Algorithmen die präzise Zentrierung. Dadurch sinkt die Abweichung von durchschnittlich 19±10 mm bei manueller Positionierung auf 5±3 mm, was die Strahlenexposition reduziert und Scans schneller sowie konsistenter macht.
Genolator: KI-System der Uniklinik Aachen macht Genomdaten in natürlicher Sprache durchsuchbar
Genolator kombiniert genomische Sequenz-Repräsentationen, Proteinstruktur-Informationen und Natural Language Processing und wurde durch groß angelegtes Modelltraining auf Microsoft Azure realisiert. Forschende der Uniklinik RWTH Aachen können damit codierende Sequenzen in natürlicher Sprache abfragen und potenzielle biologische Prozesse, molekulare Funktionen sowie zelluläre Rollen erkunden.
Lernplattform „Horizon“ bringt generative KI verantwortungsvoll an Schulen
Rund 200 Schüler und 25 Lehrer nutzen die auf Azure OpenAI Service, Azure AI Foundry, Azure AI Content Safety und DALL-E basierende Plattform „Horizon“, die in Zusammenarbeit mit aihorizon R&D und Microsoft Tech for Social Impact entstand. Content Filters, Groundedness Detection und Prompt Shields sorgen für einen ethisch verantwortungsvollen KI-Einsatz, die Datenhaltung bleibt innerhalb der EU. Zusätzliche Funktionen wie ein CO2-Tracker und KI-Tutoren wurden bereits ergänzt.