Beim Zulieferertag Automobilwirtschaft Baden-Württemberg 2025 stellten EDAG Production Solutions und Carl Zeiss IQS Deutschland den Einsatz von KI-gestützter Bild- und Messdatenanalyse zur präzisen Qualitätsprüfung von Fahrzeugkomponenten vor. Ziel ist es, Fertigungsabweichungen frühzeitig und automatisiert zu erkennen, statt sie manuell zu prüfen.
DeepHyperCheck: Hyperspektral-Kamera und Deep Learning erkennen weiche Fremdkörper in Lebensmitteln
Das System erfasst über 200 Wellenlängenbänder und erkennt anhand des spektralen ‚Fingerabdrucks‘ jedes Materials chemische Zusammensetzungen in Echtzeit. Die auf Spektren trainierten Deep-Learning-Modelle zeigen hohe Generalisierbarkeit – ein auf Schinken trainiertes Modell funktioniert etwa auch bei Putenbrust. Die Technologie wurde in Kooperation mit der Technischen Hochschule Nürnberg entwickelt.
ENGEL: KI-Assistenzsystem für sichere Rettungshubschrauberlandungen
Mehrfaches Umkreisen von Landestellen erhöht bei Rettungseinsätzen Sicherheitsrisiken, verzögert die Patientenversorgung und erhöht den Treibstoffverbrauch. Das gemeinsam mit XITASO entwickelte Assistenzsystem ENGEL erfasst die Umgebung sensorbasiert und berechnet daraus optimale Landetrajektorien. Dadurch verkürzt sich die Einsatzflugzeit um rund 10 Prozent, die Erstversorgung erfolgt schneller und die Emissionen sinken.
KI-Analyse von Smartphone- und Kamerabildern erkennt Straßenschäden automatisch
Statt reaktiver Einzelreparaturen ermöglicht die datengetriebene, KI-gestützte Zustandsanalyse Kommunen eine vorausschauende Instandhaltungsplanung. Für die Lösung erhielt EDGITAL GmbH den Innovationspreis 2025 der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG).
Genus Focus: KI und MRT bestimmen Geschlecht im Hühnerei ohne Kükentöten
Das System klassifiziert jedes Ei automatisch nach Zuchttauglichkeit, Eierproduktion, Hähnchenmast oder unbefruchtetem Verzehrei in rund einer Sekunde pro Ei. Lohmann Deutschland hat die Technologie 2023 an seinem Brütereistandort Dorum installiert. Die Lösung ist konform mit dem deutschen Verbot des Kükentötens und wurde mit dem 1. Hauptpreis des Innovationspreis Bayern 2024 ausgezeichnet.
KI-gestütztes 3D-Scansystem für die objektive Analyse chronischer Wunden
cureVision erfasst chronische Wunden per 3D-Scan und KI-Bildauswertung und dokumentiert Größe, Tiefe und Gewebearten automatisiert statt durch manuelle Vermessung. Das Unternehmen wurde 2024 mit dem 2. Hauptpreis des Innovationspreis Bayern ausgezeichnet; laut Anbieter reduziert die Lösung den Zeitaufwand der Wunddokumentation deutlich.
FAST 3D Camera: KI-gestützte Patientenpositionierung im CT
Die manuelle Positionierung von Patienten für CT-Scans ist zeitaufwendig, fehleranfällig und hängt stark von der Erfahrung des Personals ab. Die ‚FAST 3D Camera‘ erkennt Körperform und -lage optisch und berechnet mit KI-Algorithmen die präzise Zentrierung. Dadurch sinkt die Abweichung von durchschnittlich 19±10 mm bei manueller Positionierung auf 5±3 mm, was die Strahlenexposition reduziert und Scans schneller sowie konsistenter macht.
KI-gestützte Hof-Logistik: Multi-Kamera-Objektverfolgung für Dachser
Das System nutzt YOLO-basierte Objekterkennung und den ByteTrack-Algorithmus, verarbeitet die Kamerabilder direkt vor Ort auf Nvidia-Jetson-Edge-Geräten und fusioniert mehrere Kameraperspektiven per Kalman-Filter zu einer Gesamtübersicht des Hofs. Dachser brachte als Praxispartner reale Anforderungen und Daten ein, um Probleme wie Falschparken an Laderampen, unübersichtliche Fuhrparks, unentdeckte Staus und zeitaufwändige manuelle Bestandsaufnahmen zu lösen. Das Vorhaben befindet sich im Proof-of-Concept-Stadium; als nächste Schritte sind die Skalierung auf 15 und mehr Kameras sowie weitere Optimierungen geplant.
Neuronale Netze zur automatischen Holzfehlererkennung bei WIANCO OTT Robotics
EMMA nutzt neuronale Netzwerkmodule, um Fehlerklassen in Holzchargen zu erkennen und sich automatisch an wechselnde Produktionsbedingungen anzupassen, wofür WIANCO OTT Robotics die GPU-Rechenkapazität des hessian.AI-Innovationslabors am GSI Helmholtz-Zentrum in Darmstadt nutzt. Das 2023 eröffnete Labor stellt Unternehmen und Start-ups 304 GPUs für Training und Test rechenintensiver KI-Modelle bereit und ermöglicht so mittelständischen Fertigungsbetrieben den Einstieg in produktionsnahe Bildverarbeitung.
Fraud Scanner: KI-gestützte Erkennung manipulierter Versicherungsschäden
Das im de:hub InsurTech Köln/München verankerte Unternehmen VAARHAFT (Best Case des de:hub-Netzwerks) hat eine über eine einzige API zugängliche Plattform entwickelt, die Bildmanipulationen, Deepfakes und Duplikate per Metadatenanalyse und anonymisierter Rückwärtsbildsuche in Sekunden erkennt und die manipulierten Bildbereiche visuell markiert. Versicherer setzen die Lösung insbesondere in der Schadensbearbeitung ein, um gefälschte Schadensfotos zu identifizieren; weitere Einsatzfelder sind Reisekostenabrechnungen und die Prüfung von Online-Dating-Profilen. Die DSGVO-konforme, kontinuierlich weiterentwickelte KI reduziert Betrugsraten und Bearbeitungskosten in bestehenden Schadenprozessen.