Fuel iX ist tief in bestehende Tools wie Google Chat und Slack integriert und verarbeitet monatlich rund 100 Milliarden Tokens, wobei 90 Prozent des gesamten KI-Modell-Traffics über Vertex AI läuft. Laut TELUS wurden dadurch über 500.000 Stunden Arbeitszeit eingespart, und Engineering-Teams liefern Code 30 Prozent schneller aus. TELUS erhielt zudem als weltweit erstes generatives KI-Tool eine „Privacy by Design“-Zertifizierung. Der Fall zeigt, wie ein Telekommunikationskonzern durch eine zentrale, modellagnostische KI-Plattform Innovationsgeschwindigkeit und Kosteneffizienz im großen Maßstab steigern kann.
KI-gestützte Gesprächszusammenfassungen und Agenten-Assistenz bei Telstra
„One Sentence Summary“ fasst Kundeninteraktionen automatisch zusammen, während „Ask Telstra“ als Wissens- und Assistenz-Tool direkt im Kundengespräch unterstützt; 84 Prozent der Servicemitarbeitenden bewerteten „Ask Telstra“ als positiv für die Kundeninteraktion. Neue Mitarbeitende wurden durch das Tool schneller produktiv und benötigten weniger Unterstützung durch Vorgesetzte, was besonders bei hoher Fluktuation im Callcenter-Betrieb relevant ist. Der Fall zeigt, wie generative KI in der Telekommunikationsbranche sowohl die Effizienz des bestehenden Personals steigert als auch die Einarbeitungszeit neuer Mitarbeitender verkürzt.
Virtuelle Assistentin „Veronika“ bewältigt Millionen Kundenanfragen bei Telkomsel
Veronika verarbeitet bis zu 5 Millionen Transaktionen pro Monat, und die Nachrichtenzahl pro Nutzer bei digitalen Lifestyle-Produkten stieg um 140 Prozent. Die schnelle Entwicklungszeit von nur zwei Wochen zeigt, wie zügig generative KI in bestehende Kundenservice-Infrastrukturen integriert werden kann. Zusätzlich gewann die virtuelle Assistentin über 50.000 Follower auf Instagram, was für eine hohe Nutzerakzeptanz spricht. Der Fall zeigt, wie Telekommunikationsanbieter mit extrem hohem Anfragevolumen durch generative KI signifikant Supportkosten senken und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit steigern können.
Vertrauenswürdiges RAG-System für technische Prüfdokumentation
Kernstück ist eine duale Pipeline: eine textbasierte Retrieval-Komponente und eine Vision-Pipeline für tabellarische Inhalte, ergänzt um Retrieval-Fine-Tuning mit synthetisch durch LLMs erzeugten Trainingsdaten. Zusätzlich wurde von einem reinen Frage-Antwort-System auf einen Dialog-Chatbot umgestellt, der bei unklaren Anfragen gezielt nachfragt. Als Nebenergebnis zeigte das Team, dass LLM-gestützte Bewertung menschliches Urteil skalierbar nachbilden kann, was die Qualitätssicherung von RAG-Systemen erleichtert. Der Ansatz ist auf andere Branchen mit stark tabellenlastiger, mehrsprachiger technischer Dokumentation übertragbar, etwa Mess-, Prüf- und Zertifizierungsdienstleister.
Generative-KI-Chatbot bei VOXI by Vodafone senkt Anfragen im Kundenservice
VOXI, die Jugend-Mobilfunkmarke von Vodafone UK, hatte einen einfachen regelbasierten Chatbot, der häufig scheiterte und im Ton nicht zur Markenpersönlichkeit passte. Accenture baute gemeinsam mit Vodafone einen generativen KI-Chatbot auf Basis von Microsoft Azure OpenAI mit Intent-Klassifikator, Trainingsdaten für unterschiedliche Gesprächstöne sowie Sicherheitsmechanismen wie Kill-Switches und Alarmsystemen. Der Bot gilt laut Accenture als erster kundenseitig eingesetzter generativer KI-Chatbot eines britischen Telekommunikationsunternehmens. Voraussetzung waren eine Cloud-KI-Infrastruktur, Trainingsdaten aus echten Kundengesprächen und klare Leitplanken (Guardrails) für Markenkonformität und Sicherheit. Innerhalb von sechs Monaten nach Launch stiegen die Containment-Raten (ohne Agentenübergabe gelöste Anfragen), sank die Bearbeitungszeit für eskalierte Fälle, und das Volumen an Anfragen im menschlichen Kundenservice sank spürbar. Das Modell ist auf andere Telekom- und Consumer-Marken mit hohem Chat-Volumen übertragbar.
KI-gestützte Netzwerkoptimierung ohne neuen Infrastrukturausbau bei Telkomsel
Telkomsel plante Netzausbau traditionell primär über kostenintensive Infrastrukturerweiterung, obwohl in bestehenden Anlagen ungenutztes Potenzial lag, da radiotechnische, leistungsbezogene und kommerzielle Datensysteme getrennt und nicht integriert vorlagen. Die Symmetri-Plattform von SAND Technology kombinierte Funkkonfigurationsparameter (Sendeleistung, Antennen-Tilt, Azimut, Höhe, Multiband-Frequenzen) mit Netzwerkleistungs- und Geschäftskennzahlen und nutzte Simulationsmodelle sowie KI-gestützte Capex-Modellierung, um landesweit die wirkungsvollsten Standorte für Optimierungsmaßnahmen zu priorisieren. Voraussetzung war die Integration bislang getrennter Datensilos (Netz-, Performance- und Kommerzdaten) in ein gemeinsames Analysesystem. Ergebnis: 8-15 Prozent mehr Datenverkehr, 5-8 Prozent verbesserte Abdeckung, 8-13 Prozent höhere Kapazität sowie ein geschätzter jährlicher Mehrwert von 10 bis 50 Millionen US-Dollar durch höheren Umsatz pro Standort und effizientere Kapitalallokation, ohne neue physische Infrastruktur zu bauen. Der Ansatz ist auf andere Mobilfunknetzbetreiber mit fragmentierten Datenquellen und begrenztem Capex-Budget übertragbar.