KI-Sprachbot entlastet Leitstelle der Münchner Feuerwehr bei Krankentransporten

In der Integrierten Leitstelle der Branddirektion München erfasst ein Azure-basierter Sprachbot strukturiert Anfragen für planbare Krankentransporte, während Notrufe weiterhin höchste Priorität behalten. Die Bearbeitungszeit pro Anruf sinkt um durchschnittlich 3,5 Minuten, Wartezeiten für Klinikpersonal entfallen, und das System kann rund 400 Anfragen täglich verarbeiten. Nach einer Pilotphase im Februar 2026 ist ein schrittweiser Roll-out geplant.

KI-Analyse von Smartphone- und Kamerabildern erkennt Straßenschäden automatisch

Statt reaktiver Einzelreparaturen ermöglicht die datengetriebene, KI-gestützte Zustandsanalyse Kommunen eine vorausschauende Instandhaltungsplanung. Für die Lösung erhielt EDGITAL GmbH den Innovationspreis 2025 der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG).

KI-Übersetzung amtlicher Texte in Leichte Sprache für Behörden

Das Münchner Start-up hat ein eigenes Sprachmodell für Leichte Sprache trainiert, das Bescheide, Formulare und Webinhalte automatisiert vereinfacht, statt manuelle Übersetzungsprozesse zu nutzen, die bislang Tage dauern konnten. Für die Leichte-Sprache-Lösung erhielt SUMM AI 2024 den Sonderpreis für Start-ups beim Innovationspreis Bayern.

Live-Spracherkennung für barrierefreie Plenarsitzungen im Sächsischen Landtag

Die On-Premise-Lösung kombiniert neuronale Netze mit Hidden-Markov-Modellen zur akustischen Modellierung sowie ein kontextbasiertes Sprachmodell, um sächsischen Dialekt und juristisch-politische Fachbegriffe präzise zu erkennen. Sie läuft bereits seit über fünf Jahren produktiv im Landtag und wird laut IT-Leitung zuverlässig für Live-Untertitel und automatische Sitzungsprotokolle genutzt. Die lokale Bereitstellung gewährleistet Datensicherheit, da keine sensiblen Parlamentsdaten in die Cloud übertragen werden.

KIForPol: KI-gestützte Datenanalyse für die Polizeiarbeit

Seit 2021 arbeiten Polizeibeamtinnen und -beamte direkt in gemischten Teams mit DFKI-Forschenden am Standort Kaiserslautern zusammen. Im Fokus stehen die automatisierte Vorselektion und Relevanzbewertung großer Datenmengen sowie die forensische Rekonstruktion fragmentierter Rohdaten von gelöschten oder zerstörten digitalen Geräten. Die Kooperation wurde bereits am 29. Oktober 2020 von BKA-Präsident Holger Münch, LKA-Präsident Johannes Kunz und DFKI-Geschäftsführer Prof. Andreas Dengel besiegelt; 2023 stellten Innenminister Michael Ebling, LKA-Präsident Mario Germano und Andreas Dengel den Fortschritt des TransferLab KIForPol erneut öffentlich vor.

Gebärdensprach-Avatar für digitale Barrierefreiheit im Bundesministerium

Der Avatar von alangu übersetzt Video- und Textinhalte automatisiert in Deutsche Gebärdensprache und stellt sie als Video auf der Website des BMDS bereit. Damit wird gehörlosen und gebärdensprachkompetenten Bürger:innen ein besserer Zugang zu Verwaltungsinformationen ermöglicht. Die Lösung basiert auf dem Gebärdensprach-Avatar-Baukasten (GSAB), den alangu bereits bei über 185 Kunden im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes einsetzt. Für das BMDS ist es der erste Einsatz in einem Bundesministerium und dient als Vorbild für weitere Behörden.

KI-gestützte Datenauswertung für Bundeswasserstraßen (DFKI/BfG-TransferLab)

Das im Januar 2026 gestartete TransferLab folgt einem Modell, bei dem Fachpersonal der Partnerorganisation direkt in die Forschungsteams des DFKI eingebunden wird und in einem geschützten Datenraum zusammenarbeitet, damit praxistaugliche Lösungen parallel zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung entstehen. Ziel ist unter anderem eine frühere Erkennung von Extremwetterereignissen durch eine verbesserte Datengrundlage. Laut DFKI-Vorstand Prof. Dengel soll die Zusammenarbeit die Entscheidungsgrundlagen der Wasserwirtschaft verbessern und die ökologische Resilienz von Flüssen und Küsten stärken. Das Modell eines TransferLabs mit direkt eingebundenem Partnerpersonal ist auf andere Behörden und Infrastrukturbetreiber mit komplexen, langjährigen Messdatenreihen übertragbar.

KI-System KIVI für die automatisierte Medienaufsicht

KIVI kam 2020 zunächst als Prototyp bei der Landesanstalt für Medien NRW zum Einsatz und ist seit 2021 im Produktivbetrieb. Die Software durchsucht World Wide Web, YouTube, Twitter/X, Telegram und weitere Plattformen automatisiert und lernt anhand von Bild- und Textbeispielen, die in der Vergangenheit als Verstoß eingestuft wurden. Mitarbeitende der Landesmedienanstalt geben dem System täglich Rückmeldung, ob ein gefundener Verdachtsfall bestätigt wurde, wodurch sich die Trefferquote laufend verbessert, je mehr Behörden die Software nutzen. Aktuell ist KIVI ausschließlich auf deutschsprachige Textinhalte trainiert, eine Übertragung auf weitere Sprachen wäre für den Einsatz in anderen Ländern oder mehrsprachigen Kontexten also ein zusätzlicher Schritt.

Smart-Building-Plattform IntelliCommand spart einer Behörde 3,5 Mio. USD Energiekosten (JLL)

Ausgangslage war der Wunsch einer großen Regierungsbehörde, das Immobilienportfolio energetisch zu optimieren und Smart-Metering-Daten trotz heterogener, teils veralteter Gebäudeleitsysteme und strenger Datensicherheitsanforderungen nutzbar zu machen. JLL setzte die KI-basierte Plattform IntelliCommand ein, die Daten aus zahlreichen unterschiedlichen Gebäudemanagementsystemen und Smart Metern zusammenführt, Anomalien im Verbrauch erkennt und Optimierungsmaßnahmen vorschlägt. Voraussetzung war die Integration von Sensor- und Zählerdaten aus 53 Standorten sowie ein zentrales Monitoring mit über 150 Nutzerinnen und Nutzern. Ergebnis waren mehr als 3,5 Millionen US-Dollar jährliche Energieeinsparungen, eine Amortisationszeit von unter zwei Jahren, Echtzeitüberwachung von über 20.000 Anlagen sowie mehrfache Vertragsverlängerungen mit JLL. Der Ansatz ist auf andere große, standortverteilte Immobilienportfolios im öffentlichen wie privaten Sektor übertragbar, die heterogene Gebäudetechnik konsolidieren wollen.

KI-Triage im NHS App senkt Anrufaufkommen in Hausarztpraxen

Der NHS App AI-Triage-Assistent passt Fragen dynamisch an die Antworten der Nutzer an, um sie an die richtige Versorgungsebene zu leiten, während ergänzend ambiente Sprach-KI Arzt-Patienten-Gespräche automatisch dokumentiert. In einem Pilotprojekt einer Hausarztpraxis in Sussex sank das Telefonaufkommen um 29 Prozent; Klinikpersonal verbrachte dank Sprachdokumentation rund 25 Prozent mehr Zeit direkt mit Patienten, am St George’s Hospital wurden 47 Minuten pro Schicht eingespart. Voraussetzung war die Anbindung an bestehende NHS-App-Infrastruktur und klinische Freigabeprozesse. NHS England plant den landesweiten Rollout auf alle App-Nutzer bis April 2028, mit dem Ziel von potenziell 9.000 zusätzlichen Notaufnahme-Konsultationen täglich bei voller Skalierung. Das Modell ist auf andere nationale Gesundheitssysteme mit zentraler Patienten-App übertragbar.