KI-Agentenplattform automatisiert Compliance-Marketing für Bauerfeind und Cepheid

Marketingteams in regulierten Branchen wie Gesundheitswesen, Pharma und Medizintechnik benötigen oft Monate, um Kampagnen durch Compliance-Prüfungen zu bringen. Die 2024 gegründete Caidera nutzt moderne KI-Agentenarchitekturen und NLP mit mehrstufiger Verarbeitung, um Kampagnen über mehrere Kanäle automatisiert und mit vollständiger Nachverfolgbarkeit von Aussagen und Quellen zu erstellen. Als Kunden werden u. a. die Orthopädietechnik-Firma Bauerfeind und der Diagnostikkonzern Cepheid genannt; ein vollständig produktiver Einsatz bei diesen Kunden ist laut Quelle nicht abschließend belegt, die Plattform befindet sich in der Pilotphase.

KI-System KIVI für die automatisierte Medienaufsicht

KIVI kam 2020 zunächst als Prototyp bei der Landesanstalt für Medien NRW zum Einsatz und ist seit 2021 im Produktivbetrieb. Die Software durchsucht World Wide Web, YouTube, Twitter/X, Telegram und weitere Plattformen automatisiert und lernt anhand von Bild- und Textbeispielen, die in der Vergangenheit als Verstoß eingestuft wurden. Mitarbeitende der Landesmedienanstalt geben dem System täglich Rückmeldung, ob ein gefundener Verdachtsfall bestätigt wurde, wodurch sich die Trefferquote laufend verbessert, je mehr Behörden die Software nutzen. Aktuell ist KIVI ausschließlich auf deutschsprachige Textinhalte trainiert, eine Übertragung auf weitere Sprachen wäre für den Einsatz in anderen Ländern oder mehrsprachigen Kontexten also ein zusätzlicher Schritt.

Generative KI verwandelt fossiles Museumsexponat in Social-Media-Star (Experience Abu Dhabi / WPP)

Für die Eröffnung des Natural History Museum Abu Dhabi sollte ein statisches Fossil-Exponat – ein 67 Millionen Jahre alter T-Rex – für ein jüngeres, social-media-affines Publikum relevant gemacht werden, in einem Umfeld, in dem Unterhaltungsinhalte um Aufmerksamkeit konkurrieren. Die WPP-Agenturen Ogilvy Paris (AI.Lab) und Memac Ogilvy setzten Googles Video-Generierungsmodell Veo 3.1 ein, um den Fossilfund in einen ‚KI-ncient Influencer‘ mit eigener Persönlichkeit zu verwandeln und Social-Listening-Erkenntnisse sowie kulturelle Insights in die Content-Erstellung einzubeziehen. Voraussetzung waren Zugriff auf generative Video-KI-Tools, kreative Konzeption durch spezialisierte KI-Kreativteams sowie eine Social-Listening-Infrastruktur zur Trendauswertung. Ergebnisse: 50 Millionen Videoaufrufe insgesamt, 83.800 Interaktionen, die erfolgreichsten Posts erzielten allein 23,66 Millionen Aufrufe und 40.700 Interaktionen, bei 95,9 Prozent positiver oder neutraler Publikumsstimmung. Der Ansatz zeigt, wie generative Video-KI statische Marken- oder Kulturassets in dynamische, virale Digitalpersönlichkeiten verwandeln kann, und ist auf Museen, Tourismus- und Kulturmarketing sowie Konsumgütermarken übertragbar.

Automatische Interview-Transkription mit OpenAI Whisper spart Schibsted-Journalist:innen tausende Arbeitsstunden

Bei der norwegisch-schwedischen Mediengruppe Schibsted stellte das manuelle Abtippen von Interviewaufnahmen eine erhebliche operative Ineffizienz im Redaktionsalltag dar. Ein internes Team implementierte das Spracherkennungsmodell Whisper von OpenAI, das Audioaufnahmen automatisch in Text umwandelt, und baute darauf eine leicht zugängliche Web- und mobile Anwendung für die gesamte Redaktion. Voraussetzung waren der Zugang zu einem leistungsfähigen Open-Source-Spracherkennungsmodell sowie interne Entwicklungsressourcen für die Nutzeroberfläche. Innerhalb von nur zwei Monaten nach Einführung sparte das Tool den Journalist:innen mehr als 3.000 Arbeitsstunden ein. Aufbauend auf dem Erfolg identifizierte Schibsted in bereichsübergreifenden Workshops 37 weitere mögliche KI-Anwendungsfälle in der Redaktion. Der Fall zeigt, dass das gezielte Matching bekannter KI-Fähigkeiten mit konkreten, alltäglichen Pain Points schnelle, messbare Produktivitätsgewinne ermöglicht, und ist auf jede Redaktion oder Kommunikationsabteilung mit hohem Interview- und Recherche-Aufkommen übertragbar.

KI-Sprachsynthese macht Zeitungsartikel bei Schibsted/Aftenposten hörbar und steigert Engagement

Schibsted News Media wollte die Zeit, die Leser:innen mit journalistischen Inhalten verbringen, erhöhen und jüngere, stärker audiovisuell geprägte Zielgruppen ansprechen, in einem Umfeld, in dem Video- und Audioplattformen um Aufmerksamkeit konkurrieren. Das Unternehmen implementierte die KI-Text-to-Speech-Technologie von BeyondWords und ließ dafür eine eigene, an die Podcast-Moderatorin Anne Lindholm angelehnte KI-Stimme entwickeln, um für die norwegische Leitpublikation Aftenposten nicht nur Podcasts, sondern auch einzelne Artikel als Audioversion anzubieten. Voraussetzung waren eine Text-to-Speech-Plattform mit Custom-Voice-Fähigkeit sowie redaktionelle Integration in den Publishing-Workflow. Ergebnisse: Audioartikel erreichten eine Abschlussquote von 58 Prozent, deutlich über typischen Leseraten; nach einigen Monaten erreichte die Audioartikel-Nutzung das Niveau der Podcast-Nutzung; 92 Prozent der norwegischen Lehrkräfte berichteten von Schüler:innen mit Leseschwierigkeiten, wodurch die Audiofunktion auch zur Abo-Bindung beitrug (13 Prozent der Abo-Kündigungen werden durch Zeitmangel begründet). Schibsted rollte daraufhin weitere KI-Stimmen für norwegische und schwedische Marken aus. Übertragbar auf alle Medienhäuser, die Reichweite bei zeitknappen oder leseschwachen Zielgruppen ausbauen wollen.