Neuronales Netz sortiert automatisch unstrukturierte Logistikaufträge aus E-Mail und WhatsApp

Beim Logistics Morning Coffee der Logistik-Initiative Hamburg (LIHH) stellte Dr. Christina Otte, Abteilungsleiterin bei msg systems ag, eine KI-Lösung zur automatisierten Auftragsbuchung in der Logistik vor. Ein neuronales Netz mit Supervised-Learning-Ansatz liest unstrukturierte Eingänge aus verschiedenen Kanälen aus und klassifiziert sie automatisch als Beauftragung, Anfrage oder Spam. Vollständige, plausible Aufträge werden direkt ins ERP-System übertragen.

Generative KI erstellt automatisch Testcode in der Chipfertigung

Im Rahmen des Silicon-Saxony-Netzwerks berichtet Infineon über den produktiven Einsatz generativer KI zur automatisierten Erstellung von Testcode für Halbleiterprodukte. Ingenieure werden von repetitiven Programmieraufgaben entlastet, da das Sprachmodell Testroutinen eigenständig generiert. Laut Unternehmensangaben sinkt der Aufwand kurzfristig um rund 50 Prozent und langfristig um bis zu 80 Prozent.

KI-Voicebot automatisiert Kundenauthentifizierung im Automotive-Service

Aristech (12 Jahre Erfahrung in Sprachlösungen, de:hub Karlsruhe) entwickelte mit seinem proprietären Dialog-Designer-Tool einen Voicebot, der Anrufer anhand von Kundennummer, Geburtsdatum, PLZ, Hausnummer und Telefonnummer DSGVO-konform authentifiziert. Die Implementierung dauerte 16 Wochen inklusive Anforderungsanalyse, Pilotbetrieb und Optimierung. Im Pilotbetrieb erreichte die automatische Authentifizierung eine Erfolgsquote von 89 Prozent, nahezu auf dem Niveau menschlicher Mitarbeiter, und verkürzte die Anrufzeit um 1,5 Minuten je Vorgang. Nach über einem Jahr im On-Premise-Betrieb wurde die Lösung in eine sichere Cloud-Umgebung migriert und weiter ausgebaut, wodurch Servicemitarbeiter für komplexere Anliegen freigestellt werden.

LLM-gestützte Datenpflege für Personalprofilplattform bei attempto

Die manuelle Pflege von Mitarbeiter-Kompetenzprofilen auf der Plattform von attempto GmbH & Co. KG war aufwendig und führte durch uneinheitliche Begriffe (z. B. „MS-Word“ vs. „Microsoft Office“) zu Datenqualitätsproblemen. Gemeinsam mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg entwickelte das Unternehmen eine KI-gestützte Assistenzfunktion mit LLM-basierter Datennormalisierung und semantischem Kompetenz-Clustering, die ähnliche Begriffe erkennt und vereinheitlicht, ohne die Eingabefreiheit der Nutzer einzuschränken. Ergebnis ist eine verbesserte Datenqualität bei reduziertem manuellem Pflegeaufwand.

KI-gestützte Bildannotation für Kamerasysteme bei Solectrix

Der Fürther Kamerasystem-Entwickler Solectrix GmbH trainiert KI-Modelle zur Objekterkennung (z. B. Personenerkennung in Sicherheitsabständen zu Gabelstaplern) mit annotierten Bilddaten. Da manuelle Annotation sehr zeit- und kostenintensiv ist, testeten Forschende des Fraunhofer IIS gemeinsam mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg vier automatisierte Annotationswerkzeuge, darunter Zero-Shot-Modelle, die Objekte allein anhand von Textbeschreibungen erkennen und Bounding Boxes generieren. Die automatisierte Annotation dauerte nur 2 bis 20 Minuten statt 40 Stunden bei manueller Arbeit. Auf Basis der automatisch annotierten Daten trainierte YOLO-Modelle erreichten dabei nur rund 7 Prozent geringere Präzision als manuell annotierte Referenzmodelle.

KI-gestützte Content-Standardisierung bei Siemens Healthineers

Rund 270 Autor:innen bei Siemens Healthineers prüfen mit Acrolinx jährlich über 5 Millionen Wörter auf Konsistenz von Terminologie, Markennamen und Stil. Die Software gibt in Echtzeit KI-gestütztes Feedback zu Sprache und Styleguide-Konformität. Dadurch verkürzte sich der Content-Überarbeitungsprozess von drei Wochen auf zwei Tage. Seit 2021 wird das System zusätzlich zur Prüfung von UI-Strings in Software-Inhalten eingesetzt.

Sprachgesteuerter Chatbot vereinfacht mobile Bedienung einer ERP-Software

In fünf kostenlosen, einstündigen Digitalisierungssprechstunden erarbeitete das Zentrum gemeinsam mit LOOMA empirisch validierte Chatbot-Designelemente und ein intuitives Dialogdesign als Voraussetzung für die Nutzerakzeptanz. Geplant war die Integration mehrerer interner Services in den Chatbot, unter anderem für das Ticketmanagement. Das 20 Mitarbeitende zählende Unternehmen mit Sitz in Sachsen-Anhalt zeigt, wie auch kleinere IT-Dienstleister mit überschaubarem Beratungsaufwand einen KI-gestützten Zugang zu bestehender Unternehmenssoftware schaffen können. Der Ansatz ist auf andere Anbieter mobil schwer bedienbarer Fachsoftware übertragbar.

KI-gestützter Formulierungsassistent für eine B2B-Matching-Plattform

In zwei halbtägigen Workshops mit KI-Trainern des Zentrums wurde ein maßgeschneiderter Prompt- und Dialogansatz entwickelt, der Inhaltsdichte, Schlagwortverwendung und Formatierung der Nutzereingaben berücksichtigt. Voraussetzung war der Zugang zur kostenpflichtigen OpenAI-API sowie umfassendes internes Fachwissen der FoP-Mitarbeitenden zur Plattformlogik. Der fertige Assistent soll nahtlos in die bestehende Matching-Plattform integriert werden, um die Qualität und Vergleichbarkeit der Nutzerbeschreibungen zu erhöhen. Der Ansatz eignet sich generell für B2B-Plattformen, deren Matching-Qualität von der Textqualität der Nutzereingaben abhängt.

KI-Lernpfade für Selbstorganisation in New-Work-Teams

Das System erstellt aus der Beschreibung der Ausgangssituation, etwa einem neu gestarteten, überwiegend remote arbeitenden Projektteam mit Zugang zu Microsoft 365, individuelle Lernpfade samt Microlearnings und Verständnisfragen. Adressiert wird damit vor allem die Personalentwicklung: Beschäftigte, die im Zuge von New Work mehr Entscheidungsverantwortung übernehmen, bekommen passgenaue, sprachlich lokalisierte Lerninhalte statt allgemeiner Schulungen. Die Quelle nennt keine konkreten Nutzerzahlen oder Effizienzkennzahlen, beschreibt das Angebot aber als am Markt verfügbare Software-as-a-Service-Lösung des Start-ups, die branchenübergreifend einsetzbar ist.

Zoom AI Companion und Zoom Docs für interne Geschäftsprozess-Dokumentation im Internal-Audit-Team

Zoom nutzte im eigenen internen Audit-Bereich seine eigenen KI-Funktionen (KI-generierte Meeting-Zusammenfassungen via Zoom AI Companion, kombiniert mit dem kollaborativen Dokumenttool Zoom Docs), um aus Transkripten von Walkthrough-Meetings mit Fachbereichen automatisiert strukturierte Prozessnarrative zu erzeugen. Voraussetzung war der produktive Einsatz von Zoom Meetings mit aktivierter KI-Transkription sowie ein Team, das bereit war, den vollautomatisch erzeugten Entwurf (laut Artikel zu rund 85 Prozent fertig) manuell zu prüfen und zu verfeinern. Ergebnis laut Zoom: Umwandlung eines Transkripts in einen Entwurf in unter fünf Minuten statt der zuvor üblichen ein bis zwei Wochen manueller Dokumentation, bei insgesamt bis zu 80 Prozent Zeitersparnis für die Prozessdokumentation, angewendet auf über 60 jährlich evaluierte Prozesse und mehr als 100 Walkthrough-Meetings. Übertragbarkeit: Das Muster lässt sich auf jede Compliance-, Audit- oder Prozessdokumentationsfunktion in Unternehmen übertragen, die bereits Videokonferenz-Tools mit KI-Transkription einsetzen, hier als Beispiel dafür, wie ein Softwareanbieter sein eigenes Produkt intern für interne Governance-Prozesse einsetzt.