Seit Oktober 2023 nutzt die IU Internationale Hochschule den KI-gestützten Studienbegleiter Syntea, der auf dem Azure OpenAI Service basiert. Studierende erhalten damit eine Frage-Antwort-Funktion zu Kursmaterialien, interaktive Prüfungsvorbereitung mit personalisiertem Feedback sowie mehrsprachige Unterstützung rund um die Uhr. Der Net Promoter Score liegt bei etwa 74 Prozent, der durchschnittliche Zeitaufwand für Online-Kurse sank um 27 Prozent.
Kinemic-Sensorstift: KI-gestützte Handschrifterkennung bei STABILO
Der von STABILO gemeinsam mit dem KIT-Spin-off Kinemic sowie den Fraunhofer-Instituten IPA und ISIT entwickelte Sensorstift erfasst Schreibbewegungen auf beliebigem Papier und soll künftig mit Machine-Learning-Modellen und Hidden-Markov-Modellen ausgewertet werden; dieser KI-Teil befindet sich laut Quelle noch in der Entwicklung und wird aktuell noch nicht vertrieben. Bereits im Markt sind die (noch ohne KI arbeitenden) Produkte ErgoPen, das Ergotherapeuten bei der individuellen Schreibförderung von Kindern unterstützt, und EduPen für den Schuleinsatz, die künftig durch die KI-Sensorik erweitert werden sollen.
Lernplattform „Horizon“ bringt generative KI verantwortungsvoll an Schulen
Rund 200 Schüler und 25 Lehrer nutzen die auf Azure OpenAI Service, Azure AI Foundry, Azure AI Content Safety und DALL-E basierende Plattform „Horizon“, die in Zusammenarbeit mit aihorizon R&D und Microsoft Tech for Social Impact entstand. Content Filters, Groundedness Detection und Prompt Shields sorgen für einen ethisch verantwortungsvollen KI-Einsatz, die Datenhaltung bleibt innerhalb der EU. Zusätzliche Funktionen wie ein CO2-Tracker und KI-Tutoren wurden bereits ergänzt.
Adaptive Lernassistenz für Steuerkanzleien (SmaLeTax)
Träger ist der Steuerberaterverband im Lande Bremen e.V., technischer Entwicklungspartner die Neusta Analytics & Insights GmbH, gefördert über die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Rahmen der KI-Strategie der Bundesregierung. Das System sammelt während des Lernprozesses fortlaufend Daten zum Lernverhalten und verbessert die Empfehlungen iterativ, wodurch sich laut Anbieter auch große Lerngruppen skalieren lassen. Aktuell laufen Pilotvorhaben, die eine Übertragung des Ansatzes auf andere Themen und Branchen testen sollen, konkrete Ergebniszahlen zur Lerneffizienz nennt die Quelle bislang nicht.
Chatbot ‚Pounce‘ reduziert ‚Summer Melt‘ unter Neuzulassungen an der Georgia State University
Georgia State University führte 2016 den KI-gestützten Chatbot Pounce ein, um zugelassene Erstsemester proaktiv über individuelle nächste Schritte zur Immatrikulation zu informieren (Finanzhilfeanträge, Immunisierungsnachweise, Einstufungstests, Kursanmeldung). Kombiniert wurde dies mit einem personalisierten Studierendenportal. Bereits im ersten Sommer beantwortete Pounce über 200.000 Fragen. Voraussetzung war die Integration in bestehende Verwaltungssysteme sowie eine Randomized-Controlled-Trial-Begleitung zur Wirkungsmessung. Ergebnis: 22 Prozent Rückgang des ‚Summer Melt‘, 324 zusätzliche Studierende am ersten Schultag, in einer kontrollierten Studie 4 Prozent weniger Nichteinschreibungen. Das Konzept wurde seither an zahlreichen weiteren US-Hochschulen mit ähnlichen Einschreibungsproblemen übernommen.
KI-Tutor Khanmigo steigert Mathe-Leistungen in Newarks Schulen deutlicher als der Landesdurchschnitt
Newark Public Schools (43.000 Schüler, 66 Schulen) startete 2023 einen Pilot mit Khan Academy und dem KI-Tutor Khanmigo, der Schülern individuelles Feedback gibt und Lehrkräften über ein ‚Class Snapshot‘-Tool leistungsbasierte Gruppierung ermöglicht. Der Rollout wuchs von 14 Schulen im North Ward auf mittlerweile alle 66 Schulen mit rund 29.000 Schülern. Voraussetzung waren Lehrerfortbildungen und eine mehrjährige Begleitforschung mit Basisdaten aus 2021/22. Ergebnis einer dreijährigen Längsschnittstudie mit rund 8.000 Schülern der Klassen 3 bis 8: Schüler, die zu ‚Yearly Proficient Learners‘ wurden, erzielten +6 Punkte im NJSLA-Mathetest gegenüber +2 Punkten im Landesdurchschnitt, mit einer Korrelation von etwa einem zusätzlichen Punkt pro zehn neu gelernten Mathe-Skills. Das Modell wird inzwischen bundesweit an weitere US-Schuldistrikte lizenziert.