KI-gestütztes Recycling von Tunnelaushub (REMATCH)
Beim Tunnelvortrieb fällt durch chemische Zusatzstoffe verunreinigter Aushub an, der meist auf Deponien landet, obwohl er wiederverwendbar wäre. Das deutsch-französische Forschungsprojekt REMATCH wertet Kamera-, Sensor- und Maschinendaten in Echtzeit aus, um die Dosierung der Zusatzstoffe zu optimieren und die Wiederverwertbarkeit des Materials zu bewerten. Ziel ist ein geschlossener Materialkreislauf im Tunnelbau statt Deponierung.
Vertiefung
Das von Oktober 2021 bis September 2024 laufende Projekt wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und der französischen Forschungsagentur ANR gefördert, Entwicklungspartner waren die Technische Hochschule Köln, Herrenknecht AG, das Bildverarbeitungslabor LIRIS sowie ARCADIS ESG France. Das System soll erkennen, wie viel und welche Art von Zusatzstoffen für die Bodenstabilisierung tatsächlich nötig ist, um sie automatisch zu dosieren. Das spart Chemikalien und verbessert gleichzeitig die Recyclingfähigkeit des Aushubs, insbesondere bei lockeren Böden wie Sand oder Ton. Übertragbar ist der Ansatz grundsätzlich auf andere Tunnelbauprojekte, die mit Erdstoffen oder Zusatzmitteln arbeiten; belastbare Kennzahlen zur Recyclingquote nennt die Quelle nicht.