KI-gestützte Präzisionsspritzung senkt Herbizidkosten bei gleichbleibender Unkrautkontrolle
Beim breitflächigen Ausbringen von Herbiziden wird auch unkrautfreie Fläche mitbespritzt, was Kosten treibt und Pflanzenschutzmittel verschwendet. ONE SMART SPRAY von Bosch/BASF erkennt Unkraut per Kamera und KI in Echtzeit auf dem Spritzenausleger und behandelt gezielt nur befallene Stellen. Eine unabhängige, in der Fachzeitschrift 'Weed Science' veröffentlichte Studie der Kansas State University bestätigte niedrigere Herbizidkosten bei vergleichbarer Unkrautkontrolle gegenüber klassischer Breitflächenspritzung.
Vertiefung
Die Technologie kombiniert mehrere Kameras am Spritzausleger mit KI-Bilderkennung, die zwischen Nutzpflanze, Unkraut und Boden unterscheidet und die Spritzdüsen individuell ansteuert. Die von Anita Dille (Kansas State University) geleitete, mehrjährige Feldstudie (Manhattan, Kansas, und Seymour, Illinois) verglich in Mais und Soja drei KI-Erkennungsschwellen (‚Efficacy‘, ‚Balanced‘, ‚Savings‘) mit klassischer Breitflächenapplikation. Ergebnis laut Weed Science Society of America (WSSA) und der Originalstudie: Die Herbizidkosten bei gezielter ONE-SMART-SPRAY-Applikation lagen unter denen der Breitflächenapplikation, während die Unkrautkontrolle in vielen Fällen vergleichbar blieb, besonders wenn Unkraut früh in der Saison auflief. Die Wirksamkeit sank, wenn Regenfälle das Unkrautauflaufen nach der Anwendung verzögerten, weshalb die Forscher die Kombination mit klassischen Methoden empfehlen. Kommerziell ist die Lösung bereits in die Landmaschinenmarken von CNH Industrial integriert und wurde in Lateinamerika über den Hersteller Stara auf den Markt gebracht. Übertragbarkeit: Das Prinzip ‚KI-gestützte selektive statt flächendeckender Behandlung‘ lässt sich auf andere Pflanzenschutzmaßnahmen (Fungizide, Insektizide, Dünger) übertragen.