KI-gestützte Qualitätsanalyse bei Automobilzulieferern EDAG und Carl Zeiss IQS

Beim Zulieferertag Automobilwirtschaft Baden-Württemberg 2025 stellten EDAG Production Solutions und Carl Zeiss IQS Deutschland den Einsatz von KI-gestützter Bild- und Messdatenanalyse zur präzisen Qualitätsprüfung von Fahrzeugkomponenten vor. Ziel ist es, Fertigungsabweichungen frühzeitig und automatisiert zu erkennen, statt sie manuell zu prüfen.

DeepHyperCheck: Hyperspektral-Kamera und Deep Learning erkennen weiche Fremdkörper in Lebensmitteln

Das System erfasst über 200 Wellenlängenbänder und erkennt anhand des spektralen ‚Fingerabdrucks‘ jedes Materials chemische Zusammensetzungen in Echtzeit. Die auf Spektren trainierten Deep-Learning-Modelle zeigen hohe Generalisierbarkeit – ein auf Schinken trainiertes Modell funktioniert etwa auch bei Putenbrust. Die Technologie wurde in Kooperation mit der Technischen Hochschule Nürnberg entwickelt.

KI-Co-Pilot automatisiert Qualitätsdokumentation im PPAP-Prozess der Automobilzulieferung

Beim Webinar des Cluster Mechatronik & Automation Bayern präsentierte Qualiwise-CEO Ulrich Kaiser einen KI-gestützten Co-Piloten für Produktqualität, der mittels Document-Understanding-Technologie technische Zeichnungen, Materialzeugnisse und Prüfberichte automatisch ausliest, interpretiert, abgleicht und daraus automatisiert Prüfpläne sowie Berichte für den PPAP-Prozess erstellt.

Patient21 automatisiert klinische Dokumentation in Zahnarztpraxen mit generativer KI

Patient21 betreibt über 50 Zahnkliniken in Deutschland und setzt generative KI auf Basis von Amazon SageMaker und Amazon Bedrock ein, um Verwaltungsaufgaben wie Dokumentation und Behandlungsplanung zu automatisieren. Die KI-generierten klinischen Notizen und Code-Zuordnungen erreichen eine Genauigkeit von 95 Prozent, wodurch Zahnärzte sich stärker auf die Patientenbetreuung statt auf Dokumentation konzentrieren können.

Genus Focus: KI und MRT bestimmen Geschlecht im Hühnerei ohne Kükentöten

Das System klassifiziert jedes Ei automatisch nach Zuchttauglichkeit, Eierproduktion, Hähnchenmast oder unbefruchtetem Verzehrei in rund einer Sekunde pro Ei. Lohmann Deutschland hat die Technologie 2023 an seinem Brütereistandort Dorum installiert. Die Lösung ist konform mit dem deutschen Verbot des Kükentötens und wurde mit dem 1. Hauptpreis des Innovationspreis Bayern 2024 ausgezeichnet.

KI-gestütztes 3D-Scansystem für die objektive Analyse chronischer Wunden

cureVision erfasst chronische Wunden per 3D-Scan und KI-Bildauswertung und dokumentiert Größe, Tiefe und Gewebearten automatisiert statt durch manuelle Vermessung. Das Unternehmen wurde 2024 mit dem 2. Hauptpreis des Innovationspreis Bayern ausgezeichnet; laut Anbieter reduziert die Lösung den Zeitaufwand der Wunddokumentation deutlich.

FAST 3D Camera: KI-gestützte Patientenpositionierung im CT

Die manuelle Positionierung von Patienten für CT-Scans ist zeitaufwendig, fehleranfällig und hängt stark von der Erfahrung des Personals ab. Die ‚FAST 3D Camera‘ erkennt Körperform und -lage optisch und berechnet mit KI-Algorithmen die präzise Zentrierung. Dadurch sinkt die Abweichung von durchschnittlich 19±10 mm bei manueller Positionierung auf 5±3 mm, was die Strahlenexposition reduziert und Scans schneller sowie konsistenter macht.

Azure OpenAI reduziert Dokumentationsaufwand in der Notaufnahme um 90 Prozent

Das 218-Betten-Klinikum Landsberg am Lech setzt gemeinsam mit Partner Pexon Consulting eine Echtzeit-Spracherkennung auf Basis von Azure OpenAI ein, die Arzt-Patienten-Gespräche in der Kindernotaufnahme automatisch transkribiert und relevante Informationen wie Allergien und Medikationspläne direkt ins Krankenhausinformationssystem überträgt. Der Dokumentationsaufwand sank um über 90 Prozent, was rund zehn Minuten pro Konsultation bzw. zwei Stunden täglich einspart. Seit Einführung wurden bereits über 1.300 Gespräche und eine Million Wörter transkribiert, die Kosten für Nachbearbeitung und Archivierung sanken um rund 25 Prozent.

Neuronale Netze zur automatischen Holzfehlererkennung bei WIANCO OTT Robotics

EMMA nutzt neuronale Netzwerkmodule, um Fehlerklassen in Holzchargen zu erkennen und sich automatisch an wechselnde Produktionsbedingungen anzupassen, wofür WIANCO OTT Robotics die GPU-Rechenkapazität des hessian.AI-Innovationslabors am GSI Helmholtz-Zentrum in Darmstadt nutzt. Das 2023 eröffnete Labor stellt Unternehmen und Start-ups 304 GPUs für Training und Test rechenintensiver KI-Modelle bereit und ermöglicht so mittelständischen Fertigungsbetrieben den Einstieg in produktionsnahe Bildverarbeitung.

Fraud Scanner: KI-gestützte Erkennung manipulierter Versicherungsschäden

Das im de:hub InsurTech Köln/München verankerte Unternehmen VAARHAFT (Best Case des de:hub-Netzwerks) hat eine über eine einzige API zugängliche Plattform entwickelt, die Bildmanipulationen, Deepfakes und Duplikate per Metadatenanalyse und anonymisierter Rückwärtsbildsuche in Sekunden erkennt und die manipulierten Bildbereiche visuell markiert. Versicherer setzen die Lösung insbesondere in der Schadensbearbeitung ein, um gefälschte Schadensfotos zu identifizieren; weitere Einsatzfelder sind Reisekostenabrechnungen und die Prüfung von Online-Dating-Profilen. Die DSGVO-konforme, kontinuierlich weiterentwickelte KI reduziert Betrugsraten und Bearbeitungskosten in bestehenden Schadenprozessen.