ENGEL: KI-Assistenzsystem für sichere Rettungshubschrauberlandungen

Mehrfaches Umkreisen von Landestellen erhöht bei Rettungseinsätzen Sicherheitsrisiken, verzögert die Patientenversorgung und erhöht den Treibstoffverbrauch. Das gemeinsam mit XITASO entwickelte Assistenzsystem ENGEL erfasst die Umgebung sensorbasiert und berechnet daraus optimale Landetrajektorien. Dadurch verkürzt sich die Einsatzflugzeit um rund 10 Prozent, die Erstversorgung erfolgt schneller und die Emissionen sinken.

Drive4C: Benchmark für sprachgesteuertes autonomes Fahren bei Porsche

Bestehende Sprachmodelle beherrschen die Komplexität dynamischer Verkehrssituationen bislang nicht robust genug. Der von Porsche und MHP entwickelte Drive4C-Benchmark testet multimodale Foundation Models in einem geschlossenen Regelkreis unter realitätsnahen Fahrbedingungen, um Trainingslücken systematisch zu identifizieren und die Modellentwicklung gezielt zu verbessern.

Berenberg beschleunigt Research und Kundenkommunikation mit Gemini Enterprise

Berenberg, gegründet 1590, setzt Gemini Enterprise, Vertex AI, NotebookLM und den selbst entwickelten Assistenten „BegoChat“ ein, um Broker-Reports zu analysieren, tägliche Marktbriefings zu erstellen, Due-Diligence-Prozesse zu unterstützen und Dokumente zusammenzufassen. Die Content-Erstellung im Research beschleunigt sich dadurch um 85 bis 90 Prozent, Sales-Mitarbeiter gewinnen rund eine Stunde täglich für die Kundenbetreuung.

Generative KI erstellt automatisch Testcode in der Chipfertigung

Im Rahmen des Silicon-Saxony-Netzwerks berichtet Infineon über den produktiven Einsatz generativer KI zur automatisierten Erstellung von Testcode für Halbleiterprodukte. Ingenieure werden von repetitiven Programmieraufgaben entlastet, da das Sprachmodell Testroutinen eigenständig generiert. Laut Unternehmensangaben sinkt der Aufwand kurzfristig um rund 50 Prozent und langfristig um bis zu 80 Prozent.

Kinemic-Sensorstift: KI-gestützte Handschrifterkennung bei STABILO

Der von STABILO gemeinsam mit dem KIT-Spin-off Kinemic sowie den Fraunhofer-Instituten IPA und ISIT entwickelte Sensorstift erfasst Schreibbewegungen auf beliebigem Papier und soll künftig mit Machine-Learning-Modellen und Hidden-Markov-Modellen ausgewertet werden; dieser KI-Teil befindet sich laut Quelle noch in der Entwicklung und wird aktuell noch nicht vertrieben. Bereits im Markt sind die (noch ohne KI arbeitenden) Produkte ErgoPen, das Ergotherapeuten bei der individuellen Schreibförderung von Kindern unterstützt, und EduPen für den Schuleinsatz, die künftig durch die KI-Sensorik erweitert werden sollen.

KI-gestütztes Anforderungsmanagement in der Fahrzeugentwicklung

Zuvor beanspruchte die manuelle Auswertung von Lastenheften in der Fahrzeugentwicklung zehntausende Arbeitsstunden pro Projekt und verzögerte Entwicklungsprozesse erheblich. Das KI-System erkennt Anforderungen automatisiert, bewertet sie inhaltlich und leitet sie an passende Fachabteilungen weiter. Dadurch sinkt der Aufwand für die Anforderungsanalyse um 80 Prozent, die Bearbeitung erfolgt achtmal schneller, und pro Projekt werden rund 37.500 Arbeitsstunden eingespart.

Genolator: KI-System der Uniklinik Aachen macht Genomdaten in natürlicher Sprache durchsuchbar

Genolator kombiniert genomische Sequenz-Repräsentationen, Proteinstruktur-Informationen und Natural Language Processing und wurde durch groß angelegtes Modelltraining auf Microsoft Azure realisiert. Forschende der Uniklinik RWTH Aachen können damit codierende Sequenzen in natürlicher Sprache abfragen und potenzielle biologische Prozesse, molekulare Funktionen sowie zelluläre Rollen erkunden.

TOXPR: KI-gestützte Toxizitätsvorhersage ohne Tierversuche

Das TOXPR-System analysiert chemische Strukturen neuer Wirkstoffkandidaten mit Machine-Learning-Modellen und klassifiziert deren Gefährlichkeit automatisch. Dadurch werden bis zu 40 externe In-vivo-Studien pro Jahr vermieden und über 200.000 Euro jährlich eingespart. Gleichzeitig verbessert sich die Arbeitssicherheit im Labor, da weniger gefährliche Substanzen physisch getestet werden müssen.

Lernplattform „Horizon“ bringt generative KI verantwortungsvoll an Schulen

Rund 200 Schüler und 25 Lehrer nutzen die auf Azure OpenAI Service, Azure AI Foundry, Azure AI Content Safety und DALL-E basierende Plattform „Horizon“, die in Zusammenarbeit mit aihorizon R&D und Microsoft Tech for Social Impact entstand. Content Filters, Groundedness Detection und Prompt Shields sorgen für einen ethisch verantwortungsvollen KI-Einsatz, die Datenhaltung bleibt innerhalb der EU. Zusätzliche Funktionen wie ein CO2-Tracker und KI-Tutoren wurden bereits ergänzt.

Bayer entwickelt KI-Assistenten für Landwirte und Agronomen mit Azure OpenAI

Der von Bayer und EY entwickelte Assistent nutzt Azure OpenAI Service mit GPT-Modellen, Azure AI Search, Retrieval-Augmented Generation sowie Azure Data Manager for Agriculture, um Fragen von Landwirten und Agronomen zu Bayer-Produkten, Pflanzenschutz und Bodengesundheit zu beantworten. Der Prototyp wurde in nur 90 Tagen entwickelt; 2024 folgte eine erfolgreiche Pilotphase mit 1.000 Mitarbeitern, für 2025 ist ein Rollout auf mehrere tausend Nutzer geplant.