Personalcontroller kalkulierten Urlaubsrückstellungen bislang manuell über Durchschnittswerte, was die Genauigkeit der Personalbudgetierung einschränkte. Die als R-Shiny-App umgesetzte Lösung nutzt Machine Learning auf Basis von Zeitreihenanalyse, um die Rückstellungen je Kostenstelle präziser vorherzusagen.
KI-Analyse von Smartphone- und Kamerabildern erkennt Straßenschäden automatisch
Statt reaktiver Einzelreparaturen ermöglicht die datengetriebene, KI-gestützte Zustandsanalyse Kommunen eine vorausschauende Instandhaltungsplanung. Für die Lösung erhielt EDGITAL GmbH den Innovationspreis 2025 der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG).
KI-Plattform wertet 300 Terabyte Geodaten für Grundstücksentscheidungen aus
Kernstück ist eine auf deutsches Baurecht (§ 34 BauGB) spezialisierte KI-Engine, trainiert auf über 300.000 synthetischen Objekten und validiert gegen mehr als 1.000 Experteneinschätzungen. Die Plattform bildet digitale Zwillinge von 62 Millionen deutschen Grundstücken und Gebäuden und ermöglicht laut Anbieter bis zu 80 Prozent schnellere Due-Diligence-Prüfungen.
STRABAG prognostiziert Bauprojekt-Risiken mit 80 Prozent Genauigkeit durch KI
STRABAG SE hat gemeinsam mit Microsoft eine KI-gestützte Risikomanagement-Lösung entwickelt, die auf Azure OpenAI Service, Azure Machine Learning und Azure Databricks basiert. Das System vergleicht neue Bauprojekte mit abgeschlossenen Referenzprojekten und nutzt generatives Design zur Flächenberechnung in der Immobilienentwicklung. Bereits mit drei Monaten historischer Daten kann der Algorithmus Projektrisiken mit rund 80 Prozent Genauigkeit vorhersagen.
TransferLab Cybermapping: KI-gestützte Risikoanalyse des deutschen Finanzsystems
Im seit 2022 laufenden „TransferLab Cybermapping“ entwickeln DFKI und Bundesbank KI-Verfahren, um die Vernetzung des deutschen Finanzsystems mittels Knowledge Graphs abzubilden. Ziel ist die Erkennung von Fehlern und Anomalien in Daten der Finanzaufsicht sowie die Analyse großer Finanzströme und Abhängigkeiten zwischen Marktakteuren. Eingesetzt werden u.a. Wissensgraphen und Sprachmodelle für Knowledge-Engineering-Aufgaben. Das Projekt läuft bis 2027 am DFKI-Standort Kaiserslautern.
KI-gestützte Prüfungsdokumentation beschleunigt Wirtschaftsprüfung bei Dornbach
XactAudit automatisiert zentrale Aufgaben des Prüfungsprozesses wie Risikobewertung, Prozesserfassung und Kontrollbeurteilung mithilfe von KI-gestützter Automatisierung und liefert Prüfteams in Echtzeit strukturierte Einblicke. Die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Dornbach setzt das Tool laut eigener Aussage bereits im ersten Nutzungsjahr bei mehr als 15 ihrer Prüfungskunden ein. Managing Partner Christian Koch berichtet, dass Dornbach dadurch 20 bis 30 Prozent schneller bei Erfassung, Analyse und Verständnis der Prozesse, Risiken und Kontrollen ihrer Mandanten ist. Die Dokumentation und Klarheit der Prüfungsstrategie wurde laut Dornbach auf ein neues Niveau gehoben.
Smart-Building-Plattform IntelliCommand spart einer Behörde 3,5 Mio. USD Energiekosten (JLL)
Ausgangslage war der Wunsch einer großen Regierungsbehörde, das Immobilienportfolio energetisch zu optimieren und Smart-Metering-Daten trotz heterogener, teils veralteter Gebäudeleitsysteme und strenger Datensicherheitsanforderungen nutzbar zu machen. JLL setzte die KI-basierte Plattform IntelliCommand ein, die Daten aus zahlreichen unterschiedlichen Gebäudemanagementsystemen und Smart Metern zusammenführt, Anomalien im Verbrauch erkennt und Optimierungsmaßnahmen vorschlägt. Voraussetzung war die Integration von Sensor- und Zählerdaten aus 53 Standorten sowie ein zentrales Monitoring mit über 150 Nutzerinnen und Nutzern. Ergebnis waren mehr als 3,5 Millionen US-Dollar jährliche Energieeinsparungen, eine Amortisationszeit von unter zwei Jahren, Echtzeitüberwachung von über 20.000 Anlagen sowie mehrfache Vertragsverlängerungen mit JLL. Der Ansatz ist auf andere große, standortverteilte Immobilienportfolios im öffentlichen wie privaten Sektor übertragbar, die heterogene Gebäudetechnik konsolidieren wollen.
Autonome Rechnungsverarbeitung mit KI bei Nordic Choice Hotels
Ausgangslage war der hohe manuelle Aufwand bei Erfassung und Prüfung eingehender Rechnungen über mehr als 300 Hotels in vier Ländern hinweg, mit entsprechend hohem Personalbedarf im Finanzbereich. Nordic Choice Hotels beauftragte das schwedische Unternehmen Done.ai Group (über den Partner Propell.ai) mit einer autonomen KI-Plattform zur Rechnungsverarbeitung, die direkt an das bestehende ERP-System Oracle NetSuite angebunden wird. Voraussetzung war die konzernweite Standardisierung der Finanzprozesse auf eine gemeinsame ERP-Basis, um die Lösung pan-nordisch ausrollen zu können. Der Vertrag hat laut Pressemitteilung ein Mindestvolumen von 6 Millionen NOK jährlich und soll perspektivisch Millionen Dokumente automatisiert bearbeiten. Ziel ist es, Kosten und manuelle Tätigkeiten in der Rechnungsverarbeitung zu reduzieren und Mitarbeitende für wertschöpfendere Aufgaben freizusetzen. Das Modell eignet sich grundsätzlich für jede Hotelkette oder jedes Unternehmen mit vielen dezentralen Standorten und hohem Rechnungsvolumen.
JPMorgan Chase COiN: Automatisierte Vertragsanalyse spart 360.000 Arbeitsstunden
Ausgangslage war die manuelle, sehr zeitintensive Durchsicht komplexer Darlehensverträge durch Anwälte und Kreditsachbearbeiter, die zudem menschliche Fehlerquellen barg. JPMorgan entwickelte dafür intern die Machine-Learning-Plattform COiN, die auf der bankeigenen Cloud-Infrastruktur läuft und Vertragsdokumente automatisch analysiert, relevante Klauseln extrahiert und Abweichungen erkennt. Die Software wurde bereits 2013 eingeführt und ist seither fester Bestandteil der Abläufe im gewerblichen Kreditgeschäft. Voraussetzung waren große Mengen historischer Vertragsdaten zum Training der Modelle sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Technologie- und Rechtsabteilung. Ergebnis laut Bloomberg-Bericht: Einsparung von etwa 360.000 Arbeitsstunden pro Jahr und eine Reduzierung von Fehlern bei der Vertragsauslegung. Das Modell ist auf andere dokumentenintensive Bereiche wie Derivate- oder Verwahrverträge übertragbar und diente als Blueprint für spätere Legal-Tech-Initiativen in der Finanzbranche.