KI-gestützte Datenauswertung für Bundeswasserstraßen (DFKI/BfG-TransferLab)
Extremwetter, Niedrigwasserphasen und sich verschlechternde Wasserqualität stellen die klassischen Analyse- und Prognoseverfahren der Bundesanstalt für Gewässerkunde zunehmend vor Grenzen. Im gemeinsamen TransferLab arbeiten Mitarbeitende der BfG direkt in DFKI-Teams, um komplexe hydrologische Messdaten auch bei Datenlücken systematisch auszuwerten, Luftbilder zur Gewässerüberwachung automatisiert zu klassifizieren und physikbasierte Abfluss- und Pegelprognosemodelle KI-gestützt zu verbessern.
Vertiefung
Das im Januar 2026 gestartete TransferLab folgt einem Modell, bei dem Fachpersonal der Partnerorganisation direkt in die Forschungsteams des DFKI eingebunden wird und in einem geschützten Datenraum zusammenarbeitet, damit praxistaugliche Lösungen parallel zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung entstehen. Ziel ist unter anderem eine frühere Erkennung von Extremwetterereignissen durch eine verbesserte Datengrundlage. Laut DFKI-Vorstand Prof. Dengel soll die Zusammenarbeit die Entscheidungsgrundlagen der Wasserwirtschaft verbessern und die ökologische Resilienz von Flüssen und Küsten stärken. Das Modell eines TransferLabs mit direkt eingebundenem Partnerpersonal ist auf andere Behörden und Infrastrukturbetreiber mit komplexen, langjährigen Messdatenreihen übertragbar.