A&O Shearman und Harvey: Agentische KI für komplexe juristische Workflows
Die Großkanzlei A&O Shearman und der Legal-AI-Anbieter Harvey rollen agentische KI-Agenten aus, die komplexe mehrstufige Rechtsaufgaben wie Kartellrechts-Analysen, Cybersecurity-Prüfungen, Fondsgründungen und Kreditvertragsprüfungen weitgehend eigenständig bearbeiten. Die Agenten recherchieren, strukturieren Probleme in Teilschritte und liefern nachvollziehbare Arbeitsergebnisse mit menschlicher Kontrolle. Laut Kanzlei erledigen sie Arbeiten, die zuvor mehrere Stunden dauerten, nun in wenigen Minuten.
Vertiefung
A&O Shearman setzte bereits seit 2022 unternehmensweit generative KI ein und entwickelte 2023 das eigene Tool ContractMatrix; im April 2025 folgte die nächste Stufe mit agentischen KI-Agenten in Kooperation mit dem Legal-AI-Startup Harvey. Diese Agenten übernehmen mehrstufige juristische Workflows – etwa Antitrust-Filing-Analysen, Cybersecurity-Bewertungen, Fondsstrukturierung und Darlehensprüfungen – indem sie Dokumente analysieren, recherchieren und komplexe Fragestellungen in nachvollziehbare Arbeitsschritte zerlegen. Voraussetzung war der jahrelange Aufbau interner KI-Kompetenz sowie ein Governance-Rahmen mit menschlicher Freigabe der Ergebnisse. Die Kanzlei plant, die Agenten nicht nur intern zu nutzen, sondern auch als Abo- bzw. nutzungsbasiertes Produkt an Unternehmen, andere Kanzleien und Finanzdienstleister zu vermarkten. Das Modell zeigt, wie generative KI von reiner Dokumentenerstellung zu eigenständiger Aufgabenbearbeitung in der Rechtsberatung übergeht und ist grundsätzlich auf andere große Kanzleien mit vergleichbarer Datenbasis übertragbar.